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Süddeutsche Zeitung 21.Dezember 1998
Schwereloser Tanz der Hände
Ein federleichtes Konzert
in Taglachings Wirtshaus
Taglaching - Armin Schmitt ist en Geschichtenerzähler ganz ohne Worte. Mit seiner Gitarre sitzt er am Kachelofen im gemütlichen Taglachinger Wirtshaus, und seine Hände beginnen zu tanzen. Wie ein Schlafwandler wirkt der große, schlaksige Mann: Seine Augen sind meist geschossen, die Miene angespannt und ernst wie in einem bösen Traum. Seine Gitarre scheint sich im Laufe des Abends selbständig zu machen. Sie benutzt Schmitts Hände, um Geschichten zu erzählen; kein einziges Mal blickt der Musiker auf Griffbrett oder Saiten.
Den mit "Klangzaubereien" betitelten Abend beginnt der Gitarrist aus München-Pasing mit dem Stück "Rückkehr nach Russland" Die Gitarre wird in der Melodie, die nach Kälte, Schnee und Wehmut klingt, für einen kurzen Zeitraum zu einer Balalaika.
Viel zu schnell sind die melodiösen Stücke wieder vorbei, kaum eines dauert länger als fünf Minuten. Und doch schafft es Armin Schmitt, in der kurzen Zeit Stimmungen zu schaffen, die durch den Raum schweben und von den rund 35 Besuchern Besitz ergreifen. Er kreiert Träume und Visionen, ruft Gedanken und Erinnerungen hervor. Das Versinken in seine ausschließlich selbst komponierte Musik führt in eine Welt aus Emotionen und bunten Bildern. Armin Schmitt lässt sich von vielen Dingen inspirieren. Von Russland, aber auch von einer kleinen Spinne, die emsig ihr Netz webt. Seine langen Finger schweben über die Saiten hinweg, als er mit seiner Gitarre die Geschichte dieser Spinne erzählt. Wie sie emsig und flink ein ums andere Mal im Kreis tanzt und Fäden spinnt, nicht aufzuhalten ist von Wind und Wetter.
Der "Regentanz im Frühling" ist an diesem Abend ohne Zweifel eines der herausragenden Stücke. Es spielt rhythmisch mit einer Melodie, die immer wiederkehrt und noch lange Zeit nach diesen Stunden im Wirtshaus Taglaching in den Köpfen der Gäste umherspuken wird. Die Regentropfen tanzen auf dem Boden, trommeln auf Dächer und Autos, wogen wie ein Sturm, werden dann wieder leiser und sanfter.
Einzig und allein mit einer Gitarre schafft es Armin Schmitt, all diese Bilder vor den Augen der Besucher hervorzurufen. Mal klingt das Instrument wie ein jazziges Piano, dann wieder wie ein "funky" klingender Kontrabass, dann wie eine klassische spanische Gitarre. Träumerisch, fast meditativ und gefühlvoll spielt Schmitt das Stück von den heimlichen Mondspaziergängen, die er als kleiner Junge unternahm, und anschließend den "Traum von verbrannter Erde, fortwährender Nacht und einer Gestalt", wie er erzählt.
Je länger Armin Schmitt spielt, desto mehr wirkt es, als sei die Musik eine Sprache, die er seinen Gästen beizubringen sucht. Der Gitarrenspieler erzählt mit sanfter Stimme die Geschichte der einzelnen Stücke und hofft darauf, dass die Besucher ihn und seine wunderbaren Klangzaubereien verstehen. Und das tun sie. Sie genießen die Reise von "Sonnentraum" über "Ding Dong" zu "Stein im Brunen". Sie lassen sich bei gedimmtem Licht und Kerzenschein fallen in die phantastische Traumwelt des Klanges. Und sie sind begeistert von der Magie, die von Armin Schmitts Musik an diesem stimmungvollen Abend im Wirtshaus von Taglaching ausgeht.
LARISSA VASSILIAN
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Freisinger SZ 30.April 2000
Percussion-Feurwerk und Sirenengesang
Das "Duo Arludojo" zeigt beim "JazzClub" in Moosburg seine ganze Vielfalt
(...) Das ursprünglich aus Johann Bengen (Drums, Akkordeon, Udu und Percussion) und Armin Schmitt bestehende Weltmusik-Duo "Arludojo" entführte die Zuhörer im Hirschen zunächst in spanische, französische und portugisische Gefilde. Ruhige, klare Klangstrukturen kennzeichneten die ersten Stücke. Schmitt stellte sich als Gitarrist alter Schule dar, der mindestens über genau so viel Technik wie Einfühlungsvermögen verfügt. In Bengen scheint er einen idealen Partner gefunden zu haben. Die beiden Instumentalisten verstanden sich über weite Strecken blind. Sie harmonierten selbst dann, wenn Bengen am Schlagzeug Platz nahm und Schmitts Saitenkünste mit den harten Anschlägen eines kompromisslosen Drummers zu konkurrieren hatten. (...) Was mit akustischer Gitarre begann, wuchs sich zu einem Percussion-Feuerwerk aus, das von Saxophon-Klängen, Gesang und Steptanz begleitet war. Am Ende konnte das Publikum gar nicht mehr genug davon bekommen.
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